Mittwoch, 24. November 2010

Wie alles begann

Ist etwas länger her, da wurde in den Comments gefragt, wie meine Pokerkarriere begonnen hätte. Ich komm zwar selten zum Antworten, aber lese diese nichtsdestotrotz. Hier also ein paar Worte darüber:

Vor einigen Jahren während der Schulzeit kam ich das erste Mal mit Poker in Kontakt. In den Pausen und Freistunden hing man zusammen ab, riss blöde Witze und manchmal wurden die Karten ausgepackt. So hab ich meine ersten jungfräulichen Erfahrungen mit Poker gemacht.
Richtig los ging es einige Zeit später. Jemand hatte einen Strippoker-Abend geplant, auf den auch zwei richtig heisse Bräute aus der Schule kommen sollten. Wieso er da grade auf mich kam weiss ich bis heute nicht. Vielleicht weil ich meisten verloren hab. Jedenfalls war ich sofort richtig heiss drauf und habe angefangen mich systematisch drauf vorzubereiten. Im Internet hab ich unglaublich viel zum Thema Poker gefunden. Anfangs erschlug es mich förmlich. Outs, Kicker, Draw … Schon lustig, wie ich vor so Worten sass, sie übersetzte und trotzdem keinen Peil hatte, was es bedeuten sollte. Langsam formte sich dann ein Weg des Lichts durch den Dschungel. Wenn ich mich recht erinnere, hatte ich mich schlussendlich als Strategie zurechtgelegt viele Flops zu sehen, mit jedem Toppair runterzucallen und mit allem besseren selber zu setzen.

Am grossen Tag fühlte ich mich also gut vorbereitet und war verdammt gespannt, was es so zu sehen geben würde – als es die grosse Enttäuschung gab. Das Strippoker wurde mir nichts, dir nichts abgesagt. Einfach so. Die beiden Bräute hatten wohl an irgendwas im ganz kleinen Kreis gedacht und machten einen Riesenaufstand, als sie erfuhren, dass noch mehr kommen sollten. Tja, Weiber …

Ich war natürlich erstmal richtig gefrustet, aber habe es in positive Energien umgewandelt: An genau dem Wochenende habe ich nämlich angefangen online zu pokern! Und das mit grossem Erfolg. Mein Kontostand hat sich an dem Wochenende schnell verdreissigt- oder vervierzigfacht – leider nur im Playmoney.

In den folgenden Wochen hab ich mir von meinen Eltern per Kreditkarte ein paar Mal was einzahlen lassen, aber das Geld schnell verspielt. Neues Geld wollten sie mir nicht mehr geben, so dass ich in der Folge wieder im Playmoney unterwegs war und so viel in Foren über Poker gelesen habe.
Irgendwann hab ich meinen Onkel überredet wieder was echtes Geld einzuzahlen. Ausgestattet mit neuen Erfahrungen und vor allem dem Wissen über Bankrollmanagment ging es von da an rapide bergauf. Ich war im Prinzip täglich acht Stunden der so an den Tischen. Sobald die Schule aus war gings bis Nachts an den Rechner.

Die weitere Entwicklung bei mir war Mainstream. Erst tight, dann gemerkt wie erfolgreich looses bluffen ist, es übertrieben und irgendwann die Balance gefunden. Shots in höhere Limits hab ich manchmal gemacht, aber es immer im Rahmen der Bankroll gehalten. Überhaupt muss ich so im Nachhinein sagen, dass ich das ganze verdammt diszipliniert gehalten habe. Mir war nach ein paar Monaten klar, welch wahnsinniges Potential im Poker steckt und dass, wenn ich es vernünftig mache, es zwangsläufig zum richtig großen Geld führen würde. Etwas Tilt, klar, davon war ich auch nie frei. Aber mehr als glaube ich mal sechs Buyins hab ich nie verdonkt, und dabei mich immer an die Grundregel fünfzig Buyins pro Level zu haben gehalten.

Auch mein normales Leben ausserhalb vom Poker war von Vernunft geprägt. Naja, eigentlich war es total uncool, aber der Zweck heiligt halt die Mittel. Ich war selten aus und wenn nur billig. Ich erinner mich, wie ich manchmal sogar von Henry nen Bier oder Kippen geschnorrt habe, weil ich jeden Euro in der Pokerroll lassen wollte. Oh Mann, lang ists her.

Ein weiterer großer Schritt war sicher, als ich Marc getroffen habe und er mir einiges über die Denkweise der Superpros erzählte. Aber ist ein anderes Thema, und ich hab null Bock über den drogenkranken Vollspasst zu reden. Von daher wars das erstmal mit dem Post.

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